DANi SCHNIDER RADSPORT

Erfahrung aus 10 Jahren Profisport

So also!!! Jetzt geht es also definitiv zur Sache. Zwei der richtig grossen Pässe stehen an. Der Cormet de Roseland und der Col d'IseranZudem sollte es die längste Etappe der Fernfahrt werden!

Der Cormet de Roselend (19.5km 1224 hm) ist einer der abwechslungsreichsten Strecken der Alpen. Er verbindet Albertville im Westen mit Bourg St. Maurice im Osten. Im unteren Teil ist er noch bewaldet. Da wo die Bewaldung endet, ist der Blick frei für einen atemberaubenden Blick auf den Lac de Roselend (1533 m). Das Zwischenstück vom See zum Pass ist karg und alpin. Wir fahren gemütlich in Gruppen los, und treffen uns alle auf der (unscheinbaren) Passhöhe. Von Beaufort aus gäbe es auch die Möglichkeit über den Col de Pré zum Lac de Roselend zu fahren. Diese Strasse wäre sehr viel steiler, aber auch sehr eindrücklich...!

Die Abfahrt vom Roselend nach Bourg St. Maurice durchläuft kargste Geröllhalden. Für die Mountainbiker unter den Lesern sei gesagt, dass in dieser Gegend wunderschöne Trails liegen. Sie werden oft als Tagestouren gefahren, oder als Teilstücke grösserer Unternehmungen wie "Rund um den Mont Blanc" oder "Westalpenüberquerungen". Falls Du daran interessiert bist, kann ich dir Kontakte vermitteln. 


Das erste Hindernis ist überwunden, doch jetzt wartet der Col d'Iseran. Der Col d'Iseran (2764 müM) ist der höchste asphaltierte Alpenpass. Als höchster Alpenpass wird of die Cime de la Bonette (mit 2802 mÜM) genannt, doch wird diese Höhe nur mit einer Zusatzschlaufe erreicht, der eigentliche Col de la Bonette liegt auf 2715 müM. Die Ötztaler Alpenstrasse mit 2830 müM ist wiederum kein Passübergang.

Der Col d'Iseran also. Von Bourg St. Maurice geht es zunächst lange endlos und gemächlich steigend mit einigen kurzen Rampen ins Isère Tal hinein. Nach etwa 20km ist der Stausee Lac de Cevril erreicht, 10km später Val d'Isère. Dann fängt die Schlusssteigung an. Sie ist richtig hochalpin. Leicht ansteigend durchquert man den Wintersportsort sowie einige nachgelagerte Ortsteile. Allmählich nimmt die Steigung zu, und auf knapp 1900 m Höhe beginnt der Schlussanstieg. Alle 1000 m die Markierungen, die über Distanz und Höhendifferenz bis zum Pass sowie über die aktuelle Steigung informieren. Zunächst noch folgt die Strasse kurvenarm dem Flusslauf. Nach etwa 4 km auf knapp 2100 m, 11km vor dem Pass, macht sie jedoch eine scharfe Rechtskurve, überquert den Fluss und beginnt mit einer kurzen Serpentinengruppe den landschaftlich schönsten Teil des Anstiegs. Auf den folgenden 7 km wechseln sich längere Kehrenfreie Passagen mit kurzen Serpentinengruppen ab. Die letzten Kilometer zur Passhöhe sind ca. 7% steil und lassen sich flüssig fahren, es ist leicht einen guten Rhythmus zu finden.

 

Die Abfahrt ist zunächst sehr steil und kurvenreich. In der Talsole entledigen wir uns den Gilets. Jetzt beginnt eine flache Abfahrt mit zahlreichen Wellen und Gegensteigungen. Sie zehrt an unseren Kräften. Zudem wird es zunehmend richtig heiss, und der Wind kommt voll von vorne. Fast 60km stehen uns noch bevor! Vorbei am düsteren Modane, das eine Bedeutung hat, wie Göschenen in der Schweiz: Das Dorf am Tunnelausgang (Fréjus). Der Fréjus verbindet bekanntlich Frankreich mit Italien. Bardonecchia am anderen Ende liegt im Susa-Tal (nähe Sestrière). Ein Mekka für Schneesportler und Mountainbiker. Nirgends gibt es so schöne einsame Trails wie im Grenzgebiet Frankreich Italien...! Wie gesagt, falls Du daran interessiert bist, ich kann dir Kontakte vermitteln, die dir alles genau erklären können. 


Ohne einen Boxenstop bei einem Casino kommen wir nicht durch. Nach 165km und fast 4500 Höhenmeter (korrigiert) erreichen wir alle mehr oder weniger erschöpft aber glücklich das Ziel in St. Jean de Maurienne. 
Schon bei der Einfahrt merkt man an Hand der pompösen Bauten, dass St. Jean de Maurienne eine spezielle Bedeutung haben muss. Die Bedeutung ist vor allem eine Religiöse und weniger, obwohl man das annehmen würde, eine Handels-Kriegs-Strategische. Möglicherweise ist auch Hannibal mit seinem Heer und Kriegselefanten durch St. Jean de Maurienne gezogen. Dies suggerieren karthagische Münzenfunde in der Gegend. Sicher ist es aber nicht. Jedenfalls haben wir am nachfolgenden Ruhetag (siehe nächster Tag) weder beim Baden in der Arc (der Fluss des Maurienne Tales) noch beim Sandburgen bauen Münzen, Kriegshelme oder Stosszähne gefunden... 

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    Frohgemut im Roselend...!

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    Noch ist es kühl!

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    Spass auch bei den Betreuern

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    Gemütlich FAHREND dem Pass entgegen....

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    Gemütlich SCHWATZEND dem Pass entgegen...

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    Ein SMILE für die Paparazzi

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    Der Lac de Roselend. Wunderschön tiefgrün

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    Freude im Gesicht, Freude im Herzen
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    und weil er so schön ist, der See, hier noch einmal

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    Nach dem Lac de Roselend folgt eine Serie von Serpentinen

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    Unten saftige Alpwiesen

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    In Gruppen fährt es sich hoch... 

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    Bald ist die nächste Hochebene erreicht

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    Cormet de Roselend heisst der Pass genau genommen

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    Die Strasse schlängelt sich dem Hang nach und erreicht ein Hochplateau um das andere

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    Der Aufstieg ist wunderbar abwechslungsreich und Freude kommt auf!

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    Oben angekommen... 

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    Unsere Verpflegungsbusse auf der Passhöhe

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    Wenn man meint die Passhöhe zu sehen, hat man sie noch nicht erreicht. Sie befindet sich etwas dahinter.. da wo die Wegweiser stehen... 

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    Auf dem langen Aufstieg nach Val d'Isère suchen wir schatten für eine Zwischenverpflegung

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    Radreparatur bei der Zwischenverpflegung. 

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    Wasserkühlung bei der Zwischenverpflegung...

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    Stausee kurz vor Val d'Isère

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    Hier sieht man von der Hauptstrasse nach Val d'Isère nach Tignes hinauf. 

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    Dorfeingang von Val d'Isère

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    Ausgangs Dorf geht es richtig los mit der Steigung zum höchsten Alpenpass

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    Lachend dem Gipfel entgegen

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    Man verlässt Val d'Isère
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    Die Steigung ist schön gleichmässig und der Ausblick wird immer schöner...

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    .. der Blick hinunter ebenso

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    Rhythmischer Tritt...

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    YEAH!

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    Bald oben

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    Letzte Meter

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    Voilà.. Fertig? Nein noch gar nicht. 60 schwere Kilometer liegen noch vor uns.

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    Das Schlussbier in St. Jean de Maurienne. Die letzten 60km nach der Passhöhe hatten es in sich..

Streckendaten, Karten und Höhenprofile UNKORRIGIERT

Distanz (km) höchster Punkt (müM) tiefster Punkt (müM) Höhenmeter bergauf (m) Höhenmeter bergab (m)
164.2 km 2578 m 503 m 3241 m 3426 m

Streckendaten, Karten und Höhenprofile KORRIGIERT

Distanz (km) höchster Punkt (müM) tiefster Punkt (müM) Höhenmeter bergauf (m) Höhenmeter bergab (m)
164.6 km 2761 m 536 m 4276 m 4562 m

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