DANi SCHNIDER RADSPORT

Erfahrung aus 10 Jahren Profisport

Der erste RICHTIGE Pässetag steht an. Auf dem Programm stehen Col du Pillon (1546 müM), fakultativ Col de la Croix (1779 mÜM), Pas de Morgines (1369 müM, hier verlässt man die Schweiz), Col du Corbier und fakultativ Col de la Joux Verte. Wieder verteilen wir uns auf 3 Gruppen. 

Der Col du Pillon beginnt hinter Gsteig. Man steigt knapp 360 Höhenmeter auf einer Strecke von 7 km. Der Pass (Kantonsgrenze Bern/Vaud) selber ladet zur direkten Weiterfahrt ein. Es gibt keine Aussicht, ausser die auf eine überdimensionale Seilbahnstation. Die Abfahrt ist wesentlich steiler als der Aufstieg. Nach ca. 5km erreicht man den Wintersportort Les Diablerets. 

Dort trennen sich die Gruppen. Eine Gruppe fährt in den Aufstieg zu Col de la Croix, die anderen beiden Gruppen fahren direkt nach Aigle ins Rhonetal hinunter. Der Col de la Coix ist ein wunderschöner Pass, wenig befahren. Im Nu fühlt man sich mitten in der Natur. Der Pass braucht Körner, ist aber nicht übermässig steil, die Steigung liegt im Bereich von 7-8% und man macht ca. 620 Höhenmeter auf 8.5 km. Die Abfahrt ins Rhonetal nach Villars sur Ollon ist zunächst steil und wird dann flacher, dafür muss man im unteren Drittel auf die Schienen einer Schmalspurbahn achten...!

Im Rhonetal angekommen erschlägt uns die Hitze. Wir schlängeln uns durch die Hauptverkehrsachse und fahren gleichin den Aufstieg zum Pas de Morgins bei Monthey hinein. Und es geht gleich los.. mit 7-9% Steigung. Die Hitze und der viele Verkehr zehren an der Substanz. Man steigt etwa 960 Höhenmeter auf 16,5 km. Die Steigung ist zu Beginn gleichmässig 6-9% und kurvenreich. Kurve um Kurve werden die Ausblicke auf das Massiv der Dent du Midi eindrücklicher. Eine Gerade aber ist gefühlt mindestens 12% steil, und die Gesichtsfarbe ist nun definitiv dunkelrot. Sobald aber die ersten Häuser sichtbar werden, flacht es ab, man erreicht Morgins einen kleinen Wintersportort, da wo Skistar Didier Defago gross geworden ist. Der höchste Punkt ist etwa bei den letzen Häusern des Ortes, die eigentliche Passhöhe ein kleines Stück bergab, am Lac du Morgins wo auch die Grenze zu Frankreich liegt. Spätestens da, treffen sich alle Gruppen wieder. Kurzes Plaudern auf der Passhöhe. Dann fahren wir getrennt in verschiedene Restaurants zur Mittagspause. Die darauf folgende Abfahrt durch das Abondance Tal (Savoyen) wird uns allen in Erinnerung bleiben. Die notdürftigen Teerflickstellen auf der Strasse sind aufgeweicht. Teerklumpen fliegen uns um die Ohren. Wir versuchen die Pneus vom Teer zu befreien, was sich als schwierige Aufgabe gestaltet. Die meisten kommen dennoch ohne Plattfuss durch. In einem kleinen Weiler "La Solitude" auf ca. 850 müM zweigen ab zum Col du Corbier, zunächst geht es fast 10% steil nach Bonneveaux, ein Dorf, dessen überdimensionierte Kirche hervorsticht. Die Strasse flacht etwas ab, und schliesslich sehen wir den zu bewältigenden Hang. Die Serpentinen hinauf zur Passhöhe. Die Strasse bleibt mit 9% recht steil, und die Hitze macht uns zu schaffen. Auf der Passhöhe (1230 müM) wartet Andi mit dem Verpflegungsbus auf uns. Wir verpflegen uns reichlich und werweissen, ob wir in Morzine noch eine Zusatzrunde einschalten sollten und wollen. Mit viel Speed geht's hinunter nach Le Biot, und dann auf der Hauptstrasse in Richtung Morzine. Am Ortseingang trennen wir uns. Ein Teil geht ins Hotel, der andere Teil auf eine Zusatzrunde: Den Col de la Joux Verte. Eher als der Col de la Joux Verte (auf 1760 mÜM) dürfte die auf 1800 müM gelegene Skistation Avoriaz bekannt sein, das Kernstück des grenzüberschreitenden französisch-schweizerischen Skigebiet "Portes du Soleil". 14km und 820 Höhenmeter sind zu bewältigen. Ein wunderschöner Pass! Es geht ins Tal hinein, zunächst nur mässig steigend. Der conseil général des Départements Haute-Savoie hat Rennradfahrern an vielen Anstiegen Schilder für jeden Kilometer spendiert, die aktuelle Höhe und Steigungsrate angeben. So auch hier! Flach geht es dem Lac de Montriond nach, die Kulisse ist atemraubend. Anschliessend fängt die Strasse an ernsthaft zu steigen. Kilometer 4 etwa. Die Steigung wird zweistellig und der Asphalt rauh. Kehre um Kehre winden wir uns auf eine Anhöhe. In Les Lindarets, einem idyllischen Weiler bei km 8-9 flaniert eine Ziegenherde seelenruhig auf der Strasse. Mountainbiker in rittermässigen Schutzausrüstung, dicken Stollen und noch dickeren Felgen kommen uns mit dem Grinsen der Geniesser entgegen. Wir passieren einige Skiliftanlagen und wechseln die Talseite. Von da an verläuft die Strasse im Wald und ist nicht mehr so steil. Trotzdem ziehen sich die letzten 5km lange dahin, einige Kehren lockern die Fahrt ein bisschen auf. Auf der Passhöhe eine kleine Buvette. Etwas Flüssigkeit und ein Glacé. Dann sind wir gerüstet für die Abfahrt hinunter nach Morzine. Morzine ist ein Ort, der um die Schlucht eines Flusses herum gebaut wurde. Eine gewaltige Hängebrücke verbindet die beiden Ortsteile. In den Fluss hinunter hat man Eisstadion, Tennisplätze und Schwimmanlagen gebaut. Die Suche nach unserem Hotel gestaltet sich etwas schwierig. Aber endlich finden wir es, duschen, relaxen.. und bald ist schon Abendessen. 

  • 01

    Auf dem Weg zum Col du Pillon

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    Die Passhöhe des Col du Pillons, etwas öd und trist.

  • 03

    Die Passhöhe am Col de la Croix

  • 04

    Plaudern und Fachsimpeln

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    Geniessen

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    Lenkersichten

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    Gluthitze beim Aufstieg zum Pas de Morgins

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    Gut gelacht ist halb gefahren!!!

  • 09

    Morgins

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    Idylle auf der Passhöhe des Pas de Morgins

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    Das letzte Schweizer Passhöhenschild...

  • 12

    Rasant durch die Dörfer auf der französischen Seite

  • 13

    Um bald durch klebrigen Teer hindurchzufahren.. mit kleinen Folgen...

  • 14

    Aber es gibt keinen besseren Ort um einen Plattfuss einzukasseren..

  • 15

    Und schon wieder im Aufstieg...

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    Einige Kehren nur noch....

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    Es darf gestrahlt werden!!!
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    Durstige Angelegenheit

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    Wasserkühlung..

  • 20

    Wo geht's zum nächsten Bier???

  • 21

    Der erste Pass in Frankreich.

  • 22

    Im Hotel wird alles schön gerichtet...

  • 23

    Alles SUPER und BESTENS.. wäre da nicht der HUNGER!

Streckendaten, Karten und Höhenprofile UNKORRIGIERT

Distanz (km) höchster Punkt (müM) tiefster Punkt (müM) Höhenmeter bergauf (m) Höhenmeter bergab (m)
140.5 km 1870 m 401 m 3516 m 3382 m

Streckendaten, Karten und Höhenprofile KORRIGIERT

Distanz (km) höchster Punkt (müM) tiefster Punkt (müM) Höhenmeter bergauf (m) Höhenmeter bergab (m)
141.4 km 1777 m 397 m 3943 m 4026 m

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