Unvergessen ist die folgende Geschichte, die indirekt mit dem Col de la Madelaine zu tun hat. 1994, Tour de France.
Die Etappe führte von Bourg d'Oisans nach Val Thorens. Der erste Anstieg war der Col du Glandon. 22km nach dem Start hängt sich Pantani in am Hinterrad von Alberto Elli auf. Beide stürzen in eine Wand am Strassenrand. Elli fährt sofort weiter, doch Pantani muss verarztet werden. Er bleibt liegen, und liegen. Mehrere Minuten. Schliesslich fährt er doch weiter. Eigentlich wäre geplant gewesen am Col de la Madelaine anzugreifen, doch nach dem Sturz schien es unmöglich, diesen Plan umzusetzen. Speziell das Knie war arg in Mitleidenschaft gezogen. Mit drei Helfern versuchte Pantani wieder ins Peloton zurückzufahren. Erst nach 45 km, in der Abfahrt von Col du Glandon gelang dies.
Man sagt, dass Pantani sich mehrmals zum Teamauto zurückfallen liess und um Erlaubnis bat aufgeben zu dürfen. Man stelle sich das mal vor. Doch... die Erlaubnis kam nicht. Aus Wut wohl und Frustration attackierte er am Col de la Madelaine. Das dezimierte die Fahrer ganz vorne beträchtlich. Doch zwei Mann, Ugrumov und der Kolumbianer Cacaito Rodrigues waren schon im 39km langen Aufstieg nach Val Thorens. (Val Thorens ist ein Seitental zum Isère Tal). Das Temo der Verfolger (mit dem Gelben Trikot und Pantani in der Gruppe) war extrem hoch, doch es war abzusehen, dass die Ausreisser nicht einzuholen waren. Nicht einholbar? Ca. 5km vor dem Ziel ergriff Pantani die Gelegenheit. Eigentlich eine hoffnungslose Sache, aus einer so schnell fahrenden Gruppe wegzukommen. Doch das Ausreissen gelang... er sprintete einfach allen davon. Und tschüss, er schaffte es wirklich fast zu den Ausreissern aufzuschliessen und wurde schlussendlich noch dritter ca. 1 Minute hinter Ugrumov (Cacaito Rodriguez gelang es Ugrumov abzuschütteln).